Crossen: Acht Kirchgemeinden sollen zusammenwachsen

Artikel der OTZ vom 25.6.2013 zum Gemeindekirchentag in Crossen.

Mitglieder aller acht Kirchgemeinden des neuen Pfarrbereichs Crossen waren zum Gemeindekirchentag am Sonntag eingeladen, sich kennen zu lernen.
Crossen. Eine symbolische Geste beschreibt wohl am besten, welches Ziel die Organisatoren des ersten Gemeindekirchentages am Sonntag in Crossen verfolgt haben: Pfarrer Ulrich Katzmann übergab an Vertreter aller acht Kirchgemeinden im neu gegründeten Pfarrbereich Crossen eine Elsbeere, die in den Orten jeweils im Bereich der Kirche gepflanzt werden soll.

Vertreter aller acht Kirchgemeinden, die seit Anfang des Jahres im neuen Pfarrbereich Crossen organisiert sind, erhielten von Pfarrer Ulrich Katzmann (links) symbolisch einen Baum geschenkt. Dieser soll dem "Zusammenwachsen" dienen.Foto: Susann Grunert
Vertreter aller acht Kirchgemeinden, die seit Anfang des Jahres im neuen Pfarrbereich Crossen organisiert sind, erhielten von Pfarrer Ulrich Katzmann (links) symbolisch einen Baum geschenkt. Dieser soll dem "Zusammenwachsen" dienen.Foto: Susann Grunert

"Jede Kirchgemeinde im Pfarrbereich ist wichtig, einmalig und gut", erläuterte Gemeindepädagogin Christina Katzmann dazu. So wie die Laubbäume Wurzeln in die Erde schlagen werden, um zu wachsen, soll auch die Zusammenarbeit unter den Kirchgemeinden gedeihen. 
Auch Raum für Trauer gegeben
Zum 1. Januar dieses Jahres wurden die alten Pfarrämter Etzdorf und Seifartsdorf aufgelöst und der neue Pfarrbereich Crossen mit den Orten Thiemendorf, Etzdorf, Crossen, Ahlendorf, ­Nickelsdorf, Tauchlitz, Rauda, Hartmannsdorf, Silbitz, Seifartsdorf und Caaschwitz gebildet. Der Gemeindekirchentag wollte ein Tag der Begegnung, des Kennenlernens und des gemein­samen Feierns sein.

Eine Projektgruppe mit Vertretern aller acht Kirchgemeinden unter Leitung von Vikar Johannes Alex hatte den bunten Nachmittag organisiert. Das ganze Projekt war ein Teil der Ausbildung des Vikars. "Wir sollen lernen, Projekte zu managen, Menschen zu motivieren und zusammen mit ihnen etwas auf die Beine zu stellen, was es in dieser Form in der Kirchgemeinde noch nicht gegeben hat", erklärte er. Die Neubildung des Pfarrbereichs Crossen, die nicht immer auf Gegenliebe gestoßen sei, hätte sich da einfach als Thema angeboten. "Der Gemeindekirchentag soll nicht nur zum Feiern da sein, sondern auch Raum für Trauer geben", erklärte Johannes Alex. "Sicher sind manche gar nicht so fröhlich darüber, dass sich etwas geändert hat." In der Crossener Kirche lud eine Trauerwand dazu ein, Sorgen oder Probleme im Zusammenhang mit den neuen Strukturen aufzuschreiben.

Das Zusammenwachsen sei "auf dem Weg", meinte Pfarrer Ulrich Katzmann, der den Pfarrbereich Crossen betreut. Schon seit Mitte der 2000er Jahre seien Gespräche dahingehend geführt worden. "Ein Traum von uns ist es jetzt, vor der Kirche in Crossen ein kleines Gemeindezentrum entstehen zu lassen", sagte er. Für Aktivitäten wie Kindernachmittage oder ähnliches biete die Kirche einfach nicht genug Raum. Doch dafür benötige es zunächst die erforderlichen Finanzmittel. Bis es soweit ist, sicherte Crossens Bürgermeister Jens Lüdtke zu, dass das neue Bürgerhaus von Crossen stets für die Kirche offen stehe.

Die Zusammenarbeit mit der Elstergemeinde klappte am Sonntag schon tadellos. Da das geplante Kinderfest von Crossen am 1. Juni wegen des Hochwassers ausfallen musste, entschieden sich Pfarrbereich und Gemeinde kurzerhand, zahlreiche Aktionen für die jungen Besucher in den Gemeindekirchentag zu integrieren. So stand ein Graffitikünstler bereit, um Mädchen und Jungen beim ersten Versuch mit der Spraydose zu unterstützen. Auch beim Töpfern, Galgenkegeln oder Kinderschminken herrschte Andrang.

Wie reich die Region an sehenswerten Kirchen ist, verdeutlichte eine Foto-Ausstellung von Gerhard Fischer in der Kirche von Crossen, bei der alle acht Gotteshäuser mit ihrer Ent­stehung, Besonderheiten, Kirchenschätzen oder speziellen Inschriften vorgestellt wurden.


Quelle: Susann Grunert / 25.06.13 / OTZ 

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